Positiver Unterbrecher

Wozu dient ein positiver Unterbrecher?

AbbruchsignalEs gibt Situationen, in denen du deinen Welpen davon abhalten musst, etwas zu tun. Selbst bei bestem Management kann und wird das passieren!

Und genau da kommt der positive Unterbrecher zum Einsatz. Der sagt deinem Welpen, dass er bei dir etwas viel Attraktiveres bekommt. So wird er auf nette Art davon abgehalten, etwas Unerwünschtes zu tun.

Es ist eine elegantere Methode, den Welpen von etwas Unerlaubtem oder Gefährlichem abzuhalten als ein unfreundliches Nein, Pfui oder AUS.

Das Training des positiven Unterbrecher

  1. Nimm ein paar gute Leckerli und überlege dir, welches Wort oder Geräusch du verwenden möchtest. Ich benutze „oh-oh“.
  2. Dein Welpe ist in deiner Nähe. Mache das von dir gewählte Geräusch oder sage das Wort und gib deinem Welpen sofort danach ein Leckerli. Wiederhole das fünf bis zehn Mal.
  3. Mache das Geräusch und warte einen Moment. Schaut dein Welpe zu dir? Super! Lob ihn und gib ihm ein Leckerli.
  4. Lass ihn immer etwas länger zu dir schauen.
  5. Übe an verschiedenen Stellen, z.B. im Wohnzimmer, in der Küche, im Flur, im Garten, auf dem Spaziergang, etc.
  6. Wenn dein Welpe immer und überall erwartungsvoll zu dir schaut, kannst du mit Ablenkungen trainieren. Lege z.B. ein Stück Pansen oder einen Kauknochen aus. Wenn dein Welpe sich dafür interessiert, mache dein Geräusch bzw. sage dein Wort. Schaut er sich zu dir um und lässt das andere liegen, um sein Leckerli bei dir abzuholen? Super. Klappt das noch nicht, übe Schritt 5 noch einige Male.
  7. Nach und nach kannst du jetzt auch im wahren Leben „oh-oh“ sagen, z.B. wenn dein Welpe etwas findet und fressen möchte. Oder wenn er irgendwo hin laufen möchte, wo er nicht hin soll. Sorge dafür, dass du immer eine gute Belohnung mit hast.

Prima! Du hast deinem Welpen den positiven Unterbrecher gelehrt und kannst ihn auch im Alltag einsetzen. Allerdings solltest du ein paar Dinge beachten.  😉

Vorsicht Falle!

Du hast deinem Welpen beigebracht, dass es sich lohnt, zu dir zu kommen, wenn du „oh-oh“ sagst, weil er dann eine tolle Belohnung bekommt. Wenn du nun nur noch immer dann „oh-oh“ sagst, wenn dein Welpe gerade irgendetwas am Wegrand fressen möchte, was lernt er dann wohl?

Genau! Er lernt, am Wegrand nach Fressbarem zu suchen und selbiges zu futtern! Ups! Das wolltest du doch gar nicht!!!  😯

Du kannst das ganz einfach vermeiden, indem du häufiger mal „oh-oh“ sagst, wenn dein Welpe etwas Tolles macht. So bringt er das nicht mit einer bestimmten Sache in Verbindung, sondern lernt einfach nur, dass es sich lohnt, mit dem, was er gerade macht aufzuhören und zu dir zu kommen und ein tolles Leckerli abzugreifen.

Wie immer, wenn du Fragen hast, schreib mir einfach eine Mail an claudia@welpenerziehung24.de. Ich wünsche dir viel Spaß beim Training.

Claudia Hußmann

P.S.: Damit du gar nicht so häufig ein Verbot aussprechen musst, lohnt es sich, auf das zu achten und das zu belohnen, was dir gefällt. Wie genau du das am besten machst, lernst du im Traumhund-Generator, dem 12-Wochen-Coach für alle Welpenbesitzer, die ihren Welpen auf nette Art erziehen wollen.

Welpenerziehung kinderleicht

25 Replies to “Positiver Unterbrecher”

  1. Pingback: Hund frisst Kot

  2. Pingback: Welpe hört nicht auf seinen Namen

  3. Vielen Dank für die Beschreibung des positiven Unterbrechen. Ich frage mich gerade wo der Unterschied besteht zwischen dem Markersignal des Clickers und dem „oh oh“ liegt. In beiden Fällen folgt auf das Signal die Belohnung. Und muss beim positiven unterbrechen immer eine Belohnung in Form von Futter erfolgen? (oder nur beim Training)

    • Hallo Denis,
      eine gute Frage. Der Anfang sieht tatsächlich gleich aus. Aber dann gibt es einen gewaltigen Unterschied, du trainierst dann beim positiven Unterbrecher, dass dein Hund mit dem, was er gerade tut, aufhört und ein Alternativ-Verhalten ausführt, nämmlich seine Aufmerksamkeit dir zuwendet.
      Das Markersignal sagt dem Hund, du hast es richtig gemacht und dir eine Belohnung verdient. Die Belohnung kann sehr unterschiedlich sein. Vom Leckerli über Spiel oder Tür öffnen oder Mausloch buddeln dürfen oder zum anderen Hund rennen dürfen oder was sonst für deinen Hund eine Belohnung ist.
      Ich hoffe, der Unterschied ist klar geworden.

      Claudia

  4. Hallo liebe Claudia,
    mit Spannung lese ich immer die täglichen Tipps – dankeschön, Heute habe ich eine Frage.
    Ich habe seit drei Wochen einen kleinen Bolonka-Mix, manchmal habe ich aber den Eindruck einen Wolf zu besitzen. Meine Stella macht Beute und bellt und knurrt ihr Spielzeug an und jetzt kommt sie auch zu mir gerannt und bellt mich an – ich bin sehr unsicher, wie ich mich dabei verhalten soll???
    Kannst du mir einen Tipp geben??
    Herzliche Grüße von Martina

    • Hallo Martina,

      für mich hört sich das nach Spielknurren an, was ich, ohne es zu sehen, natürlich nicht ganz genau sagen kann.
      Ich würde spielerisch das Hergeben üben. Knurren gehört zum Normalverhalten des Hundes und sollte NIEMALS unterbunden werden.

      Viel Spaß beim Üben
      Claudia

  5. Hallo Claudia,

    Ich hatte auf deiner Seite mal ein Video gesehen, ich glaube das hieß „spucks aus“. Wo finde ich das denn wieder? Das war innen gefilmt und mit Cleo soweit ich mich erinnere. Dabei handelt es sich ja auch um einen positiven Unterbrecher, oder täusche ich mich da?
    Danke vorab.

    Liebe Grüße
    Annika

    • Hallo Annika,

      das ist noch kein offizielles Video. Und nein – es ist kein positiver Unterbrecher, sondern heißt: „Spuck das aus, was du im Maul hast!“ – Egal, was es ist.

      Der positive Unterbrecher dient eher dazu, ein Verhalten abzubrechen. Wenn du beim Jogger „Spucks aus“ rufen musst, warst du zu langsam. 😉

  6. Hallo Claudia,
    ich hab eine Frage zum positiven Unterbrecher, und zwar ob das auch bei anderen Sachen geht – zum Beispiel – hör mit dem Spiel auf?
    Ich will dir mal eine Situation schildern, in der ich jedesmal in Stress gerate. Unsere twisty ist jetzt 10 wochen alt und seit 2 Wochen bei uns. Ich habe auch 4 Kinder (4,6,9,11) und die spielen auch mit Twisty. Die Kinder haben schon gelernt, dass sie quiecken und dann Twisty ignorieren, wenn sie an ihnen rumknabbert. Leider funktioniert das nicht immer so gut. Es kommt schon mal vor, dass Twisty am Hosenbein oder auch Bein hängt und nicht loslässt und das Gequietsche nur als Spielvariante sieht. Was soll ich jetzt meinen Kindern raten und was soll ich in der Situation machen?? Ich versuche Twisty zu mir zu locken und ihr einen anderen klaren Befehl zu geben – klappt auch oft, allerdings wenn ich sie dann belobe – für den ausgeführten Befehl, lernt Twisty dann nicht auch, dass sich das Wadenzwicken auch lohnt? Und wenn sie mir am Hodsenbein hängt, wie unterbinde ich das dann am besten? mit dem positiven Unterbrecher??
    Danke für deine Tipps, Jutta.

    • Hallo Jutta,

      ja, der positive Unterbrecher funktioniert auch in anderen Situationen.
      ABER!!! Dein Ziel sollte es sein, ihn so selten wie möglich einzusetzen.
      Mach eine Hausleine an deinen Hund und wenn er versucht, die Kinder zu verfolgen, halte sie kurz fest und WARTE. Überlegt er sich, etwas anderes zu tun, z.B. sein spielzeug zu holen, lass die Leine einfach wieder los. Und du kannst ihm dann deine Aufmerksamkeit schenken. So lohnt sich das, was du haben möchtest. Und du musst nicht dauernd ein Verhalten abbrechen. Das sollte nämlich immer die letzte Lösung sein.

      Viel Erfolg
      Claudia

      P.S.: Bei Kindern sind immer die Erwachsenen dafür zuständig, dass so etwas wie am Hosenbein hängen, nicht passiert – niermals die Kinder.

      • Hallo,

        ja, das dachte ich mir schon, dass ich dafür sorgen muss, dass Twisty nicht die Kinder zwickt…. allerdings ist unsere Situation so, dass Twisty ums Haus rum frei ist -fast immer – und die Kinder gerne auch mit dem Hund spielen. Nun kann ich aber nicht immer, wenn die Kinder raus gehen mit, denn ich hab manchmal auch noch was anderes zu tun. Was mach ich nun, wenn ein Hilferuf von draußen kommt? Bis ich draußen bin dauert es manchmal etwas. Was mach ich nun? Bisher hab ich Twisty dann weggetragen und eingesperrt, so langsam wird sie aber schwer.
        Ich hab halt keine Lust Twisty zum Zwingerhind zu machen, nur weil wir es nicht schaffen sie vernünftig zu erziehen.
        Danke für deine Tipps, ich werd mich beim Traumhundgenerator anmelden, um mehr zu lernen.
        Grüßle Jutta

        • NEIN, NEIN; NEIN – der Hund ist NIEMALS mit den Kindern alleine draußen. Wenn du keine Zeit hast, danach zu schauen, kommt er in die Hundebox, den Welpenauslauf oder ein hundesicheres Zimmer.
          Aber nie ist der Welpe mit den Kindern alleine.

          Und die oben geschilderte Situation KANN und DARF nicht vorkommen.

          Deshalb gebe ich auch keinen Tipp dazu.

  7. Hallo Claudia,
    eine tolle und wahnsinnig hilfreiche und informative Seite hast du! Danke!Klasse!
    Eine Frage habe ich nun auch: was ist der Unterschied zwischen dem positiven Unterbrecher und dem Abbruchsignal? Soll man beide trainieren?
    Welches nutzt du für welche Situationen?
    Viele liebe Grüße, Tina

  8. Hallo & erstmal Danke für die tollen Artikel.

    Ich habe noch ein paar Fragen. Mein Hund ist jetzt 11 Wochen alt & seit 2 Wochen bei mir. Sie ist mein erster Hund und daher bin ich wohl teilweise noch recht unsicher, wie ich was am Besten machen kann.

    Ich habe vor allem das Problem, dass sie beim Gassi gehen wirklich alles in den Mund nimmt & dann nicht auf mich hört. Da würde ich gerne mit dem positiven Unterbrecher arbeiten. Allerdings macht sie ja den ganzen Tag viele Dinge, die sie nicht soll wie zB. auf mein Bett springen, meine Hose anlecken, an meinen Beinen hochspringen, wenn ich sitze, an meinen Klamotten ziehen..etc. Soll ich da jedes Mal mit dem OHOH arbeiten? Dann hört sie das ja andauernd? Bzw. was soll ich sagen/machen, wenn sie schon was macht, was sie nicht soll? zB wenn ich sie erwische, wie sie im Bett ist? Ich kann ja nicht immer neben ihr stehen & sie beobachten und jeden Versuch von ihr abbrechen?
    Liebe Grüße

    • Tja, wenn man kein Management betreibt und den Welpen in jeden Fehler reinrennen lässt, ist das so
      Mein Welpe hat keine FEhler gemacht, weil er gar keine Chance hatte. Schlafzimmertür zu, wenn ich keine Zeit hatte, war sie im Welpenauslauf und alles, was mir wichtig war, hatte ich weggeräumt. Die ist jetzt 17 Monate und hat in ihrem Leben noch keine 10 x ohohoh gehört

  9. Hallo Claudia

    Ich bin heute erst auf deine Seite gestoßen und habe mich angemeldet. Lese mir gerade dein Geschenk mit Spannung durch. Werde die Tipps versuchen anzuwenden. Unsere Frieda ist 12 Wochen alt und eine Mayar Visla Dame. Sie ist seit ca 1 Woche bei uns. Wir haben einen 11jährigen Sohn. Du schreibst, das der Hund nicht alleine sein soll mit dem Kind. Was mache ich denn, wenn meine Welpenelternzeit vorbei ist??? Dann bin ich darauf angewiesen, das unser Sohn sie raus lässt und ein paar Stunden mit ihr alleine ist. Er ist sehr verknüftig. Was soll ich da denn machen??? Arbeite nicht jeden Tag. Habe aber verschiedene Schichten.

    Liebe Grüße
    Sandra

  10. Hallo Claudia, du schreibst bei Vorsicht Falle dass man nicht oh oh sagen soll wenn der Hund etwas fressen will. Aber im Video wird es demonstriert. Wenn der Hund es gefressen hat macht es keinen Sinn aber wenn er es nur wollte?

    • Man darf es schon sagen, wenn der Hund etwas fressen will. Man sollte sich nur im Klaren darüber sein, dass man diese Absicht mitbelohnt.
      Und da viele Menschen nur mit „Oh-oh“ durch die Gegend laufen, bekommen sie immer mehr von dem Verhalten, was sie nicht haben wollen. Ich habe fünf Hunde und ich brauche „oh-oh“ vielleicht einmal im Monat.

  11. Hallo Claudia,

    klingt einleuchtend mit dem „oh-oh“ und ich habe das -glaube ich- sauber aufgebaut. Funktioniert auch super……ABER: er ist wohl zu clever – nachdem er mich brav angeschaut hat, Leckerli genommen, nimmt er dann das Verbotene als „Dessert“ Wat nu?

  12. Hallo Claudia,
    ab wann kann ich mit dem Training vom positiven Unterbrecher beginnen? Unseres Wauzi ist jetzt eine Woche bei uns und wir trainieren seit beginn den Namen und das nicht beissen – soll ich das Training erweitern oder ist das sonst zuviel?
    Danke!

    • Es wäre langweilig, immer nur dasselbe zu trainieren. Der Positive Unterbrecher sollte aber nur einmal in der Woche nötig sein, sonst läuft etwas grundsätzlich falsch. Dann solltest du nochmals überprüfen, ob dein Fokus wirklich auf dem erwünschten Verhalten liegt.

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