Schleppleine beim Welpen? – Teil 2

Sollte man beim Welpen eine Schleppleine verwenden?

In Teil 1 hast du bereits erfahren, was eine Schleppleine ist und in welchen Fällen der Einsatz sinnvoll ist. Im heutigen Teil lernst du, wie man mit der Schleppleine umgeht, welche Übungen es gibt und welche Regeln du befolgen solltest.

Das Handling der Schleppleine

Anfangs habe ich die Leine immer in der Hand, bis ich den Hund einschätzen kann. 😉

Dazu gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder du fixierst die Leine am Ende in deiner Hand oder du fasst immer wieder nach und lässt das Ende fallen und schleifen. Was du nicht tun solltest: Dich um die Leine anstatt um den Hund zu kümmern! 😉

Schau dir das Video an. Hier wird das Handling der Schleppleine gezeigt.

Wenn der Hund schon in den meisten Fällen gut gehorcht, lasse ich die Leine ganz fallen und der Hund zieht sie hinter sich her. Zur Not kann ich sie dann aufnehmen oder drauftreten.

Regeln bei der Verwendung der Schleppleine

Befolge zu deiner eigenen Sicherheit und zu der deines Welpen ein paar Regeln beim Schleppleinentraining.

  1. Die Schleppleine wird IMMER am Geschirr befestigt.
  2. Bei den meisten Schleppleinen gibt es schlimme Verbrennungen, wenn sie schnell durch die Hand gezogen werden. Deshalb zieh Handschuhe an oder verwende die oben beschriebene Biothane-Leine.
  3. Zieh feste Schuhe an und achte darauf, dass sich die Leine nicht in deinen Beinen verheddert! Wenn der Hund dann nämlich losrennt, gibt das böse Stürze und kann schlimme Verletzungsfolgen haben.
  4. Tritt niemals längs auf die Leine. Wenn du das machst und dein Hund etwasSchleppleine stoppen schneller unterwegs ist, zieht er dir das Bein unter dem Körper weg. Dann kannst du nur noch hoffen, dass du gute Haltungsnoten für den Sturz bekommst. 😉
  5. Die Schleppleine dient nicht dazu, den Hund zu „angeln“. Trainiere so, als wäre keine Leine am Hund. Du kannst mit Hilfe der Schleppleine verhindern, dass sich dein Welpe bzw. Junghund einfach aus dem Staub macht. Schau dir die unten beschriebenen Übungen an.
  6. Vermeide nach Möglichkeit, dass dein Hund mit vollem Speed in die Leine rennt. Das ist für beide Seiten äußerst unangenehm. Da es passieren kann, halte die Leine so, wie im Video beschrieben. Lass dir die Leine nicht durch die Hand ziehen. Im Zweifelsfall lass die Leine los.
  7. Verwende bei großen Hunde bevorzugt die zweite Methode des Handlings. Dann hat der Hund nie einen großen Anlauf und du hast es viel leichter.
  8. Wenn du dich für die Schleppleine entscheidest, solltest du auch konsequent dabei bleiben. Wenn du mal mit und mal ohne Schleppleine unterwegs bist, kriegt dein Hund das ziemlich schnell spitz. 😉 Wie du die Schleppleine wieder los wirst, erfährst du in Teil 3.
  9. Auch an der Schleppleine lässt du dich nicht von deinem Hund durch die Gegend zerren. Bleib stehen, wenn die Leine straff wird. Warte. Es geht erst weiter, wenn sich der Hund von sich aus zu dir orientiert.
  10. Wenn dein Hund nicht kommt, zerr ihn nicht an der Schleppleine herbei. Bleibe einfach stehen und warte ruhig, bis dein Hund sich zu dir orientiert. Verhindere, dass dein Hund sich anderweitig vergnügt. Du kannst auf der Schleppleine zu ihm laufen. Wiederhole die Übung, z.B. den Rückruf in geringerer Distanz.

Welche Übungen kann man mit der Schleppleine machen?

Du kannst natürlich alle Übungen, die du ohne Leine machst, auch mit Schleppleine üben. Der Vorteil der Schleppleine ist, dass dein Hund nicht einfach gehen kann. Zusätzlich kannst du deinem Hund mit Hilfe der Schleppleine noch ein paar Dinge beibringen.

Anhalten und warten

Überlege dir ein Signal, bei dem dein Hund stehenbleiben und warten soll. Beispiele: Stopp, Halt, Warte, Steh.

Du trainierst das, indem du das Signal sagst und im nächsten Moment stehen bleibst und die Leine festhältst, damit dein Hund nicht weiterlaufen kann. Wichtig ist, dass du zuerst das Signal sagst und dann den Hund stoppst. Nach einigen Wiederholungen wartest du mal nach dem Signal, ob dein Hund von alleine stehen bleibt. Tut er das, hat er die Übung verstanden. Natürlich musst du es noch häufig üben, damit es gefestigt wird. Und du musst es mit allen möglichen Ablenkungen üben, damit es immer klappt.

Bleibt dein Hund noch nicht von alleine stehen, stoppe ihn noch einige Male mit der Leine. Übe es so lange, bis er nur auf das Signal hin stehen bleibt.

Weitergehen darf der Hund immer erst dann, wenn du ihm das FREIZEICHEN gibst.

Diese Übung ist ganz praktisch, denn damit kannst du deinen Hund auch auf Entfernung stoppen. Alternativ kannst du ihn auch sitzen oder liegen lassen. Das ist aber meist etwas schwieriger zu trainieren.

Langsamer

Wenn dein Hund das Signal bekommt, langsamer zu gehen, soll er genau das tun. 🙂 Wähle ein ruhiges Signal, z.B. ein langgezogenes „laaaaaaaaaaangsaaaaaaaam“.

Das trainierst du, indem du mal darauf achtest, jedes Mal, wenn dein Hund von sich aus langsamer wird, „laaaaaaaaaangsaaaaaaaam“ zu sagen. Nach vielen Wiederholungen gibst du das Signal, wenn der Hund ganz normal läuft. Werde selbst langsamer, das hilft meistens. Lobe deinen Hund, wenn er langsam wird und gib ihm mit dem FREIZEICHEN zu verstehen, dass er sich wieder so bewegen kann wie er möchte.

Wird er nicht langsamer, beobachte ihn einfach noch eine Weile und wiederhole dein Signal, wenn er von sich aus langsamer wird.

Diese Übung ist ganz praktisch, wenn du merkst, dass dein Hund zu schnell wird und gleich in die Schleppleine läuft bzw. sich zu weit von dir entfernt. Wenn er langsamer wird, holst du automatisch wieder auf.

Richtungswechsel

Diese Übung ist eigentlich eine Aufmerksamkeitsübung. Dein Hund soll lernen, auch auf dich zu achten, wenn er etwas weiter entfernt ist. Übe es, indem du z.B. an einer Weggabelung dein Signal sagst, z.B. „hier lang“ oder „rum“ oder „kehrt“  und zügig in die gewünschte Richtung gehst. Übe das anfangs, wenn dein Hund nah bei dir ist. Nach und nach übst du, wenn er weiter weg ist.

Wenn dein Hund aufmerksam ist, sollte sich die Schleppleine nicht straffen, weil er dir sofort folgt. Ist das noch nicht der Fall und dein Hund läuft in die Schleppleine, übe zunächst noch mal, wenn dein Hund nah bei dir ist. Vielleicht hast du die Distanz etwas zu schnell vergrößert.

Diese Übung ist auch ganz toll, wenn du später keine Schleppleine mehr brauchst. Dein Hund weiß, dass er bei deinem Signal aufpassen muss, weil du die Richtung wechselst und sonst verschwunden bist.

Es gibt noch zahlreiche Übungen mit der Schleppleine, aber ich denke, wenn dein Hund die hier beschriebenen kann und du einen zuverlässigen Rückruf trainiert hast, kannst du daran arbeiten, die Schleppleine wieder los zu werden. 😉

Das war es für heute. Im dritten Teil erfährst du, wie du die Schleppleine auch wieder los wirst! Und zwar so, dass dein Hund auch ohne Schleppleine gehorcht. 😉

Claudia Hußmann

3 Replies to “Schleppleine beim Welpen? – Teil 2”

  1. Pingback: Schleppleine beim Welpen?

  2. Sehr informativer Artikel – die Schleppleine kann ein sinnvolles Trainingsinstrument sein, das richtige Handling ist wirklich entscheidend!

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