Schleppleine beim Welpen? – Teil 3

Sollte man beim Welpen eine Schleppleine verwenden?

In Teil 1 und Teil 2 hast du eine Menge Wissen über die Schleppleine und den Umgang damit bekommen. Im dritten und letzten Teil wird die überaus wichtige Frage besprochen, wie du die Schleppleine auch wieder los wirst! 😉

Wie wird man die Schleppleine wieder los?

Für mich ist die Schleppleine ein vorübergehend genutztes Hilfsmittel, das ich möglichst schnell wieder los werden möchte. Voraussetzung dafür ist, dass dein Hund in der Zwischenzeit gelernt hat, auf dein Signal hin zu kommen – egal, was sonst auf der Welt passiert. Wenn du fleißig trainierst, kannst du das in vier Wochen schaffen.

Schleppleinentraining mit mehreren HundenBevor du darüber nachdenkst, die Schleppleine abzubauen, solltest du es nicht mehr nötig haben, sie in die Hand zu nehmen oder drauf zu treten, damit dein Hund sich nicht selbständig vergnügt. Die Leine sollte immer schleifen. Das ist bei dir so? Super, dann lies weiter. 😉

Es gibt da allerdings ein klitzekleines Problem. Natürlich ist es für den Hund ein gewaltiger Unterschied, ob da eine Schleppleine an ihm hängt oder nicht. Und so mancher Hund rast dann doch los, sobald die Leine ab ist. Das ist nun leider genau das, was man vermeiden sollte. 🙁

Deshalb habe ich zwei Strategien entwickelt, um die Schleppleine loszuwerden. Bei beiden leidet die Leine etwas, deshalb würde ich dafür nicht die teure Biothane-Leine benutzen, sondern eine günstige Schnur im Baumarkt kaufen. Da du die Schleppleine ja nicht mehr brauchst, sollte das keine Problem sein.

Die Drittel-Methode

Bei diese Methode schneidest du ein Drittel der Schleppleine ab und legst es beiseite. Die übrig gebliebene Leine machst du wie gewohnt am Hund fest. Wenn deine Leine 15 Meter lang war, benutzt du jetzt 10 Meter. Der Hund darf noch genauso weit weg wie vorher und du übst genauso weiter wie zuvor. Wenn alles genauso gut klappt, wie mit der langen Leine, geht es weiter.

Jetzt legst du das längere Stück zur Seite und benutzt das eine Drittel. Die Schleppleine wird also jetzt sehr viel kürzer und leichter. Übe weiter wie zuvor. Auch wenn du dir darüber im Klaren bist, dass du die Leine nicht mehr erwischt – dein Hund weiß das zum Glück nicht. Jedenfalls nicht, wenn du dich genauso verhältst wie vorher! 😉

Auch mit dieser Länge übst du, bis du ganz sicher bist, dass alles gut klappt. Bevor du jetzt die Leine ganz weg lässt, muss noch ein Stück dran glauben. Schneide von einem der beiden Leinenstücke einen Meter ab und befestige dieses am Hund.

Übe mit dieser kurzen Leine. Wenn du merkst, dass es überhaupt kein Problem gibt, kannst du die Schleppleine ganz weglassen. Herzlichen Glückwunsch! Ich bin stolz auf dich.

Die Stück-für-Stück-Methode

Wenn dir die obige Methode widerstrebt, weil es ja doch ein ganz schöner Unterschied ist, kannst du es auch so machen, dass du jede Woche oder jeden Tag ein Stückchen der Leine abschneidest.

Ob du jeweils einen Meter oder auch nur zehn Zentimeter abschneidest, musst du selbst entscheiden. Mache es so, dass du dich sicher dabei fühlst.

Dein Hund merkt sofort, wenn du unsicher bist und dann kann es passieren, dass es nicht funktioniert. Das Schöne an dieser Methode ist, dass du den Zeitraum und die Länge der Stücke selber entscheidest.

Es könnte z.B, bei einer Person sein, dass sie jeden Tag zwanzig Zentimeter abschneidet und eine andere schneidet jede Woche einen Meter ab. Alles ist richtig, so lange es funktioniert.

Wird das Verhalten deines Hundes unzuverlässig, schau zuerst bei dir selber nach, ob du noch alle Signale so gibst wie zuvor! Und übe mit einer Länge, bis es richtig gut klappt, bevor du weiter kürzt.

Fazit

Die Schleppleine kann ein tolles Hilfsmittel sein, wenn sie vernünftig angewandt wird. Man kann damit einem noch nicht so gut erzogenen Hund eine relativ große Freiheit geben und hat ihn trotzdem unter Kontrolle.

Man sollte allerdings die Regeln beachten, damit Mensch und Hund nicht verletzt werden und den Abbau der Schleppleine mit Bedacht angehen, damit es auch ohne Schleppleine klappt.

Es gibt eine Menge Übungen, die man sehr schön mit der Schleppleine trainieren kann. Du solltest dich nicht von deinem Hund durch die Gegend zerren lassen und umgekehrt deinen Hund nicht mit der Schleppleine durch die Gegend zerren  – das ist nämlich kein Training. 😉

Wenn du noch Fragen hast, schreib mir einfach eine Mail an claudia@welpenerziehung24.de oder poste deine Probleme im Kommentar. Gerne kannst du dort auch deine Erfahrungen beschreiben.

Claudia Hußmann

2 Replies to “Schleppleine beim Welpen? – Teil 3”

  1. Liebe Claudia !
    Wir haben seit 10 Tagen einen 14-wochen alten Foxterrierwelpen bei uns. Beim Freilauf im Garten verhält sie sich ganz ruhig und wir üben fleißig das Kommen auf Zuruf. Nur wenn wir draußen an der Leine gehen zerrt sie sooo stark, dass sie fast erstickt und wir nach 5 Minuten fast einen Krampf im Arm haben.Sie ist dann ganz in ihrer aufregenden „Nasenwelt“ und ignoriert unsere Bemühungen, sie zu bremsen völlig. Wie können wir sie davon überzeugen, langsamer zu gehen und sich Zeit zu lassen ?

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