Regeln, Erziehungstipps und Eigenschaften, die du getrost vergessen kannst

Als Welpenbesitzer – insbesondere, wenn es der erste Hund ist – wird man ja von allen Seiten mit Ratschlägen und Tipps bombardiert, was man so alles tun und lassen muss, damit es mit dem Hund klappt. Und dem Hund werden darüber hinaus häufig Dinge „angedichtet“, bei denen man sich totlachen würde, wenn man die einem Menschenbaby andichten würde.

Diese Regeln kannst du einfach ignorieren

Hier möchte ich dir meine TOP 10 Regeln vorstellen, die du wirklich einfach „in die Tonne kloppen“ kannst. Ich erkläre dir auch, warum.

1 – Du musst unbedingt vor deinem Hund essen

Ich gehe mal davon aus, dass dein Hund nicht bei dir am Tisch sitzt und dort seine Mahlzeit zu sich nimmt (obwohl ich diesen Fall tatsächlich schon mal in der Hundeschule hatte). Insofern ist eure Nahrungsaufnahme völlig unabhängig voneinander. Ich selbst finde es wesentlich angenehmer, meine Hunde zuerst zu füttern und wenn die müde und zufrieden in der Ecke liegen, kann ich in Ruhe essen und muss vor allen Dingen nach dem Essen nicht nochmal anfangen mit irgendwelchen Fütterungsaktionen.

2 – Du musst vor dem Hund durch die Tür gehen

Ganz ehrlich: Ich hasse es, wenn Hunde einfach durch jede Tür rennen, die sich öffnet. Deshalb habe ich mit meinen Hunden geübt, dass sie an Türen warten. Wenn ich ihnen erlaube, durch die Tür zu gehen, ist es mir egal, ob ich zuerst gehe oder die Hunde. Hauptsache, sie warten auf mein Okay. Es kann nämlich ganz schön praktisch sein, wenn man die Hunde zuerst durch die Tür schickt.

3 – Dein Welpe darf nicht aufs Sofa, sonst übernimmt er die Weltherrschaft

Und dein Welpe wird auch nicht automatisch an lockerer Leine laufen oder auf deinen Rückruf reagieren, nur weil du ihn nicht aufs Sofa lässt. Deshalb: Wenn dich Hundehaare auf dem Sofa nicht stören und du gerne mit deinem Hund auf dem Sofa kuschelst, dann tu das einfach und habt beide Spaß und fühlt euch wohl dabei. Dasselbe gilt übrigens für’s Bett.

4 – Dein Welpe muss immer hinter dir laufen

Das ist so eine Regel, wo sich mir wirklich die Haare sträuben. In der Tat raten viele Hundetrainer dazu. Und ich beobachte völlig gestresste Hund-Mensch-Teams, die sich die ganze Zeit eine Art Kampf liefern, damit der Hund nur ja nicht überholt. Nein – keine Sorge, dein Hund wird nicht zum „dominanten Rudelführer“, weil er mit dir auf gleicher Höhe oder sogar vor dir läuft. Ich finde es ganz angenehm, wenn ich meine Hunde im Blick habe. An Engstellen lasse ich sie auch mal hinter mir laufen, weil es einfach in dem Moment praktischer ist.

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5 – Du musst deinen Welpen immer pünktlich zur gleichen Zeit füttern

Wenn das genauso in deinen Ablauf passt, ist das okay. Aber ganz ehrlich: Man erzieht sich damit auch einen Hund, der irgendwann pünktlich zu der Zeit Futter haben möchte. Es ist also von Vorteil, wenn du einfach so fütterst, wie es passt. Dann kannst du auch an freien Tagen mal länger schlafen oder ihr könnt einfach länger unterwegs sein, ohne dass dein Hund quengelig wird, weil Fütterungszeit ist.

6 – Dein Welpe darf nicht knurren

Eine fatale Regel. Der Hund warnt anstatt zu beißen. Aus welchem Grund sollte man ihm das verbieten? Das wäre so, als würde ich Menschen verbieten, zu sagen, dass ihnen gerade etwas nicht passt oder weh tut oder sie Angst haben. Und die einzige Chance, dich ich so jemandem lasse, ist Gewalt!
Beim Hund bedeutet das: Beissen! Und aus Erfahrung kann ich euch sagen, dass es nicht besonders schön ist, wenn ein Hund das gelernt hat. Es kostet extrem viel Mühe und Training, dem Hund das Warnen wieder beizubringen.
Und ja – natürlich sollte man sich überlegen, warum der Hund in der Situation warnt. Das kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. Ich habe dazu mal eine Podcast-Episode aufgenommen.

7 – Du musst bei Spielen immer gewinnen

Man hat zu diesem Thema tatsächlich sogar man Untersuchungen gemacht und ausgewertet und ist zu dem Schluss gekommen, dass es überhaupt keine Rolle spielt, wer das Spiel am Ende gewinnt oder wer aufhört zu spielen. Viel mehr Auswirkungen hatte, wer die Interaktion startet. Also sei ruhig auch mal großzügig und überlasse deinem Hund seine Beute.

8 – Du darfst kein Hundespielzeug herumliegen lassen – denn alles gehört DIR

Also die Hundespielsachen gehören meinen Hunden. Ich will sie ehrlich gesagt auch gar nicht haben, denn ich stehe nicht darauf, auf einem Baumwollknoten oder einem Stofftier herumzukauen.

Wir haben hier einen Eimer mit Deckel zur Aufbewahrung und tauschen von Zeit zu Zeit. Dann geht der Deckel auf und die Hunde dürfen alles ausräumen. Das, was sie dann am Tollsten findet, bleibt zur Verfügung und den Rest packe ich wieder weg. Allerdings eher, damit es hier nicht aussieht wie in einem Zoogeschäft. 😉

Und das hat den Vorteil, dass die Spielzeuge interessant bleiben. Wie bei kleinen Kindern. 🙂

9 – Du musst alles liegen lassen, dein Welpe muss lernen dass alles dir gehört

Ja, was denn jetzt? Einerseits darf nicht mal das Hundespielzeug herumliegen, weil es MIR gehört, aber andererseits soll ich meine Sachen liegen lassen. Okay, wenn es dir lieber ist, dass dein Welpe deine Schuhe und dein Handy zerkaut anstatt auf seinem Spielzeug herumzukauen, kannst du das so machen. Wenn nicht….

10 – Du darfst auf keinen Fall Zerrspiele machen

Natürlich solltest du nicht wie ein Irrer mit deinem Welpen zerren, denn dann könntest du die Milchzähne herausreißen. Aber ich nutze Zerrspiele sehr gerne für verschiedene Dinge:

  • Hergeben üben
  • Beißhemmung üben
  • Schnelles herunterfahren üben
  • Als Belohnung für ruhiges Verhalten

Und so schaden Zerrspiele nicht, sondern nutzen. Du siehst, man kann – wie immer im Leben – etwas sinnvoll oder weniger sinnvoll nutzen.

Meine TOP 10 Erziehungstipps, die wirklich fatale Folgen haben können

1 – Wenn dein Welpe ins Haus macht, musst du ihn mit der Nase reintunken

Das ist wirklich einer der widerlichsten und schlimmsten Tipps, der Welpenbesitzern gegeben wird. Es handelt sich beim Welpen um ein Baby, das nicht in der Lage ist, seine Schließmuskeln zu kontrollieren. Und es ist Aufgabe des Menschen, auf den Welpen zu achten und aufzupassen, wann er muss. Es gibt zahlreiche wirklich gute Ratgeber zum Training der Stubenreinheit. Man muss es nur tun und darf nicht erwarten, dass ein Welpe sich meldet und nach drei Tagen stubenrein ist.

2 – Packe deinen Hund im Nacken und schüttel ihn

Noch so ein wirklich abartiger Tipp. Keine Hundemutter würde das tun. Im Nacken packen und schütteln ist der Beutegriff um etwas zu töten. Wenn du das mit deinem Welpen machst, versetzt du ihn in Todesangst. Das willst du doch nicht wirklich, oder?

3 – Wenn dein Welpe beißt, musst du zurück beißen

Die Beißhemmung ist nicht angeboren und der Welpe muss sie lernen. Auch dazu gibt es zahlreiche Tipps, wie man das sinnvoll machen kann, z.B. HIER. Gewalt – und nichts anderes ist es, wenn du deinen Welpen beißt – erzeugt nur allzu oft Gegengewalt. Außerdem bin ich fest davon überzeugt, dass unsere Hunde uns ziemlich gut von ihren Artgenossen unterscheiden können. Wir sind Menschen und wir sollten uns auch wie solche benehmen.

4 – Du musst deinen Welpen so richtig auspowern, dann klappt der Rest schon

Nein, nein und nochmal nein. Dein Welpe ist gerade mal seit ein paar Wochen auf dieser Welt. Er ist seit kurzer Zeit bei dir. Für ihn ist ALLES NEU. Er muss lernen, in unserer Menschenwelt zurecht zu kommen. Er muss lernen, welche Regeln bei uns gelten. Er muss mit im Auto fahren können. Er muss lernen, alleine zu bleiben. Er muss lernen, zu warten. Er muss einfach alles lernen, was zum Leben dazu gehört. Damit ist er voll ausgelastet und er braucht vor allen Dingen RUHE.

5 – Du musst deinen Welpen jedes Mal aufscheuchen und beiseite schubsen

Wenn dein Welpe im Weg liegt, weil er da gerade zufällig eingeschlafen ist, lass ihn doch einfach schlafen. Er ist müde. Er verarbeitet gerade all die neuen Dinge, die er eben (kennen-)gelernt hat. Und er liegt da nicht, um dich zu ärgern. Wenn der Schlafplatz des Welpen mitten in deinem Laufweg ist, dann stell doch dein Bett mal auf die Hauptverkehrsstraße und fühle am eigenen Körper, wie sich das anfühlt. Sorge dafür, dass der Rückzugsort des Welpen so platziert ist, dass er dort ungestört schlafen kann. Ruhe ist das Wichtigste überhaupt für deinen Welpen, denn ein ausgeschlafener Welpe ist ein angenehmer Zeitgenosse.

6 – Wecke deinen Welpen regelmäßig

NEIN!!!!!!!!! – Tu das bitte, bitte nicht. Lass das Tier schlafen und ruhen, wenn es ruht. Natürlich hast du immer ein Auge und Ohr beim Welpen, damit du mitbekommst, wenn der Welpe wach wird. Denn dann musst du schnell sein. Er muss jetzt ganz schnell an seine Geschäftsstelle. Aber wenn er schläft, dann lässt du ihn schlafen. Wecke ihn auch nicht, um ihn zu füttern. Oder nur so, weil du gerade mal Lust auf Streicheleinheiten hast. DANKE!

7 – Du darfst den Welpen erst von der Leine lassen, wenn der Rückruf funktioniert

Im Allgemeinen haben Welpen einen natürlichen Folgetrieb. Und wenn du deinen Welpen ohne Leine laufen lässt – natürlich nur an Stellen, die ungefährlich sind! -, kannst du das nutzen und jedes Mal, wenn der Welpe sowieso auf dich zuläuft rufen und ihn fürstlich belohnen.

Übrigens: Streicheleinheiten sind für viele Hunde KEINE Belohnung. Dass etwas eine Belohnung ist, merkt man immer daran, dass der Hund das Verhalten häufiger zeigt.

8 – Nimm dem Welpen immer wieder den Napf weg während des Fressens

Okay, wenn du einen Welpen haben möchtest, der noch mehr schlingt als Hunde das sowieso schon tun und wenn du darauf aus bist, dass dein Hund seinen Napf verteidigt, kannst du das machen. Stell dir vor, dir würde dauernd einer den Teller wegreißen während du isst. Wann würdest du ihm die Gabel in die Hand stechen? 😉

Deshalb mach es lieber so, dass du immer mal etwas Leckeres in den Napf tust, während dein Hund frisst. So wird die Hand zur Ankündigung für etwas Gutes anstatt zu einer Gefahr. Schau mal HIER.

9 – Lass deinen Welpen nie alleine

Dieser Tipp kann wirklich so nach hinten los gehen, dass der Hund wieder abgeschafft werden muss. Denn wenn der Welpe nicht lernt, entspannt alleine zu bleiben und man nicht gerade glücklicher Einfamilienhausbesitzer mit schalldichten Fenstern und geduldigen Nachbarn ist, kann ein kläffender Hund richtig Ärger bringen.

Dabei tut das arme Tier so etwas ja nicht, um den Menschen zu ärgern (auch das Zerstören der Wohnung oder das Versäubern in der Wohnung), sondern es hat schlicht Stress und reagiert den ab. Dem Hund geht es also wirklich nicht gut. Und das sollte Grund genug sein, das Alleinbleiben zu üben. Und zwar vom ersten Tag an. Wie das geht, erfährst du HIER.

10 – Man darf Welpen auf keinen Fall mit Futter trainieren, denn dann wird man zum Futterautomat

Schön wäre es! Denn schneller als mit Futterautomat lernen Hunde bei keinem Menschen. Futterautomaten sind punktgenau, rücken das Futter nur raus, wenn das Verhalten genau richtig war und es gibt keine „Geschenke“. Ich kenne keinen Menschen, der so 100prozentig trainiert. 🙂

Ich hoffe, hier ist niemand unterwegs, der seinen Hund nicht ausreichend füttert. Das wiederum bedeutet, der Hund bekommt Futter. Wenn mir irgendjemand einen triftigen Grund nennen kann, warum es besser sein soll, die Ressource Futter ausschließlich zu verschenken und nicht als Belohnung zu nutzen, dann her damit. Ich finde, man nimmt sich selbst so viele Möglichkeiten. Denn Fressen tut jeder Hund. Und Futter kann schnell verabreicht werden und ist im Hund verschwunden. Man muss dafür nicht großartig trainieren.

Ich sage nicht, dass man nur mit Futter belohnen sollte. Ich nutze sehr gerne die Umwelt als Belohnung und habe auch Spielzeug als Belohnung aufgebaut. Aber ich sehe absolut keinen Grund, Futter nicht als Belohnung einzusetzen und bisher konnte mir auch noch niemand eine schlüssige Erklärung liefern, was daran schlecht ist.

10 Mythen für die Mülltonne

1 – Dein Welpe hat Welpenschutz, du kannst ihn ruhig zu jedem Hund lassen

Dieser Irrglaube hat schon so manches Mal dazu geführt, dass ein Welpe wirklich schlechte Erfahrungen mit anderen Hunden gesammelt hat. Es gibt KEINEN Welpenschutz. Ein gut sozialisierter Hund wird auf Beschwichtigungsgesten des Welpen reagieren, aber nicht jeder Hund ist gut sozialisiert. Und wenn der Welpe mal zu sehr nervt – und manche Welpen neigen dazu -, kann auch dem geduldigsten Hund schon mal der Kragen platzen. Sorge lieber für wenige und schöne Kontakte mit netten Hunden. So wird dein Hund zum gut sozialisierten und netten Hund.

2 – Manche Hunde kann man nur mit Druck erziehen

Hmmm – Gegenfrage: Warum kann – und ist es auch angeraten (!!!) – man Wildtiere mit positiver Verstärkung trainieren. Man kann also vom Hamster bis zum Elefanten alle Lebewesen mit positiver Verstärkung trainieren, nur bestimmte Hunde nicht? Gehorchen die nicht den Lerngesetzen? Oder warum ist das so? Auch diese Frage konnte mir noch niemand beantworten. Also vergiss diesen Quatsch einfach. Auch ein Husky, Terrier oder Dackel kann ohne Druck erzogen werden. Das hat übrigens nichts mit Konsequenz zu tun. Nicht verwechseln bitte.

3 – Stupsen, Zwicken, Zischen und Co. sind natürliche Strafen, die Hunde verstehen

Mal davon abgesehen, dass ich noch nie gesehen habe, dass ein Hund einem anderen Sitz, Platz, Fuß oder das Laufen an lockerer Leine beibringen wollte, verhalten sich Hunde untereinander größtenteils sehr friedlich. Ich bin jetzt seit 20 Jahren Mehrhundehalterin und meine Hunde schuben, treten oder zwicken sich nicht. Und ich habe noch nie einen Hund gehört der „kschschsch“ macht.

Also lass es einfach sein, behandel deinen Hund nett und fair, bau eine vertrauensvolle Beziehung auf und du kannst dir diesen Quatsch sowieso komplett sparen. Mal davon abgesehen, dass es auch den ein oder anderen Kandidaten gibt, der genauso antwortet. Nicht lustig. Denn ich sage dir: Hunde sind schneller, haben die besseren Zähne und mehr Kraft im Kiefer als wir.

4 – Durch Trost verstärkst du die Angst, deshalb darfst du deinen Welpen nicht beschützen

Das ist einfach nur Quatsch. Du kannst Verhalten verstärken, aber nicht Angst. Und da du ja der Held deines Hundes bist und sonst von genau den Menschen, die diesen Tipp geben, immer propagiert wird, dass der Mensch doch der Rudelführer sein und alles kontrollieren muss, verstehe ich diese Aussage überhaupt nicht. Ein wirklich guter Führer – und das darfst du gerne für deinen Hund sein – führt seinen Hund, zeigt ihm die Welt und beschützt ihn, wenn es notwendig wird. Genau das baut Vertrauen auf.

Also: Wenn dein Hund sich hinter dir verstecken möchte – herzlichen Glückwunsch. Er vertraut dir! Lass ihn sich verstecken und sorge dafür, dass ihm nichts passiert.

5 – Hunde regeln alles unter sich

So, wie nicht jeder Hund mit jedem Hund spielen muss, regeln auch die Hunde nicht alles unter sich. Wenn du in eine Hundeschule kommst und deinen Hund nicht beschützen darfst, geh am besten gleich wieder. Ein Chihuahua hat einem netten, aber grobmotorischen Labrador nichts entgegen zu setzen. Da überlebt im schlimmsten Fall einer nicht. Deshalb sei einfach schon vorausschauend, damit dein Hund erst gar nicht in Situationen kommt, wo er etwas regeln muss.

Das heißt nicht, dass ein kleiner Hund nicht mit einem großen spielen kann. Das kann sehr gut gehen. Klein Cleo hat einen guten Freund, der ein Berner Sennhund Mix ist. Aber man sollte seine Freunde mit Bedacht wählen.

6 – Welpen dürfen keine Treppen laufen

Was soll ich dazu noch sagen. Meine Tierärztin schlägt inzwischen schon Alarm, weil es 30-Kilo-Tiere gibt, die es nicht mal auf den komplett heruntergefahrenen Behandlungstisch schaffen. Stufenphobie. Und Mensch trägt das Tier mehrmals täglich jeden Tag tapfer 20 Stufen hoch und runter.

Übe lieber mit deinem Welpen, dass er Treppen ruhig und langsam und Stufe für Stufe geht. Und wenn sich das im normalen Rahmen bewegt, ist das überhaupt kein Problem. Wohnst du im 5. Stock ohne Aufzug, reicht am Anfang ein Stockwerk laufen und dann kannst du das steigern.

HIER findest du noch mehr Infos dazu.

7 – Mit einem Geschirr kann man einen Hund nicht kontrollieren

In der Tat dachte ich das auch mal. Dabei ist es einfach nur so, dass man den Hund am Geschirr nicht stranguliert und man kann ihn im Zweifelsfall wesentlich besser kontrollieren als am Halsband. Denn da kann man ihn nur durch Todesangst – eben durch Strangulieren – kontrollieren. Willst du das wirklich?

HIER erfährst du, warum du – zumindest, wenn dein Hund noch ab und zu zerrt – lieber ein Geschirr verwenden solltest.

8 – Ein Maßregelung ist für einen Hund keine Strafe

Ähm ja, wie jetzt. Mensch lässt Hund einen Fehler machen und dann setzt es was, damit er das nicht mehr tut. Das ist ja wohl das Ziel der „Maßregelung“. Und damit ist sie zumindest als Strafe geplant. Mit anderen Worten: Es wird etwas Unangenehmes hinzugefügt, damit der Hund das Verhalten, was er gerade zeigt, unterlässt. Okay, wenn das keine Strafe ist, was ja durchaus der Fall sein kann, wird der Hund das Verhalten weiter zeigen und nicht damit aufhören.

Wenn der Hund das Verhalten sein lässt oder das Verhalten immer seltener zeigt, handelt es sich per Definition um eine Strafe. Denn Ziel der Strafe ist ja, dass der Hund das Verhalten unterlässt. Jetzt muss mir mal eine erklären, wieso das keine Strafe ist für den Hund.

9 – Der weiß genau, was er getan hat, man sieht doch, dass der ein schlechtes Gewissen hat

Wie oft ich das schon gehört habe, kann ich gar nicht sagen. Der Hund legt die Ohren an, macht sich klein, vielleicht rollt er sich sogar auf den Rücken und sieht so richtig schuldbewusst aus. Also hat er doch ganz klar ein schlechtes Gewissen. Man sieht es ihm ja an.

In Wirklichkeit ist es so, dass der Hund massive Beschwichtigungsgesten zeigt. Damit möchte er dir sagen: „Ich merke, du bist gerade nicht so gut drauf. Tu mir bitte nichts!“ – Das ist auch schon alles. Und wenn dann als Argument kommt, dass er das ja z.B. nur dann macht, wenn man nach Hause kommt, wenn er den Mülleimer ausgeräumt hat, hat deine Hund einfach nur verknüpft, dass es Ärger geben könnte, wenn es irgendwie aussieht.

10 – Der tut das, um mich zu massregeln, ärgern oder beim Nachbarn zu blamieren

Tatsächlich lese ich so etwas immer mal wieder. Der Hund macht ihn die Wohnung, weil er mir heimzahlen möchte, dass ich ohne ihn gegangen bin. Oder der Hund macht kein Sitz, wenn mein Nachbar zuschaut, um mich vor ihm zu blamieren. Oder der Hund springt immer wieder aufs Sofa, um uns zu ärgern.

Solche niederen Beweggründe haben wir Menschen. Hunde tun Dinge zum einen aus Stress, wie z.B. in die Wohnung machen, wenn man das Haus verlässt. Oder sie befolgen ein Signal nicht, weil sie in dieser Situation einfach noch nicht gelernt haben. Oder sie machen etwas immer wieder, weil es sich – aus ihrer Sicht – für sie lohnt.

Immer kritisch hinterfragen

Es gibt noch ganz viele solcher „Weisheiten“, die verbreitet werden. Hier mein Tipp für dich: Wenn dir jemand einen Tipp zu deinem Hund gibt, mach es nicht einfach. Hinterfrage kritisch.

„Warum?“ ist eine gute Frage.

Wenn dann keine schlüssige Erklärung kommt oder du die Erklärung nicht verstehst, frage einfach weiter „Warum?“.

Auch, wenn solche nichtssagenden Phrasen kommen wie

  • „Das macht man so!“
  • „Das ist eben so!“
  • „Das haben wir schon immer so gemacht!“
  • „Der hat’s gesagt!“
  • „Habe ich im Internet gelesen!“

frage einfach weiter „Warum?“

Wir Menschen neigen dazu, gerne dem zu glauben, was für uns am Einfachsten ist. Leider ist das nicht zwingend das Angenehmste für den Hund. Deshalb ist eine weitere gute Frage:

„Möchte ich, dass das jemand mit mir tut? Würde ich mich dabei wohlfühlen?“

Oft sagt der Bauch schon „nein“ und die Menschen tun es, denn der Experte hat es ja geraten. Sei einfach immer kritisch und denk erst nach, bevor du einfach etwas glaubst. Und entscheide im Sinne und für das Wohl deines Hundes.

Danke dafür sagt

Claudia

 

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