Tipp der Woche – Agieren statt Reagieren

Sei schneller als dein Welpe

Du hast schon alles Mögliche versucht, aber dein Welpe springt immer wieder hoch?

Obwohl du ihm schon 1000 Mal „Nein“ gesagt hast, beißt dein Welpe immer wieder in deine Hände?

Du hast einfach das Gefühl, dass dein Welpe eher dich erzieht als du ihn und dass es irgendwie nicht so richtig klappen will und du nicht vorwärts kommst.

Warte nicht auf „Fehler“

Meist liegt das Problem darin, dass wir Menschen viel zu spät reagieren. Anstatt zu agieren – also wir dafür sorgen, dass es so läuft, wie wir es gerne hätten -, warten wir immer so lange, bis der Welpe etwas tut, was uns nicht gefällt. Und dann bleibt oft nur noch „reagieren“.

Genau das führt aber oft dazu, dass wir dieses Verhalten zu allem Überfluss auch noch belohnen mit unserer Aufmerksamkeit. Ich will es mal an einem Beispiel erklären.

Oft sieht es so aus

Der kleine Welpe kommt angesaust und bleibt zufällig mit allen vier Pfoten auf der Erde. Es passiert NICHTS. Beim nächsten Mal kommt er angerast und springt hoch.

„Nein!“, „Pfui!“, „Aus!“ oder „Runter!“ – Rufe – gerne auch verbunden mit dem Runterschubsen des Welpen – kommen zum Einsatz. Und wenn der Welpe dann endlich unten ist, gibt es auch noch eine fette Belohnung in Form von Streicheleinheiten oder Leckerli.

Was hat der kleine Welpe gelernt: „Ich muss erst hochspringen, dann gibt es ein lustiges Runter-Spielchen und noch eine nette Belohnung!“

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Und was wird er beim nächsten Mal tun? – Genau, er wird wieder hochspringen! 😉

So ist es besser

Wenn dein Welpe angerast kommt, halte ihm sofort ein Leckerli vor die Nase und zwar auf Nasenhöhe des Welpen – eher tiefer. Bei sehr schnellen Exemplaren kannst du es auch auf den Boden werfen, wenn er noch einen Meter vor dir ist. Alternativ kannst du in die Hocke gehen und Streicheleinheiten verabreichen, wenn noch alle vier Pfoten auf der Erde sind. Aber Vorsicht. Beim Streicheln wird dann doch wieder gerne hochgesprungen.

Er wird also bereits belohnt BEVOR er einen Fehler macht und hochspringt. Es lohnt sich zu dir zu kommen und alle vier Pfoten auf dem Boden zu lassen. Er muss nicht mal sitzen. Die einzige Regel lautet: „Alle vier Pfoten auf dem Boden!“ Und das wird belohnt..

Warst du zu langsam und er ist hochgesprungen, dreh dich kommentarlos weg und beachte deinen Welpen nicht weiter. Er hat die Chance auf eine Belohnung dieses Mal leider verpasst. Ignoriere ihn mindestens für 10 Sekunden. Dann kannst du ein Stück von ihm weggehen und einen neuen Versuch starten. Sei dieses Mal schnell genug.

Agiere anstatt zu reagieren

Anstatt zu reagieren, nachdem dein Welpe ein unerwünschtes Verhalten gezeigt hat, lege in dieser Woche den Fokus darauf, dass du agierst. Manchmal musst du ein bisschen Fantasie haben. Schau dir einfach solche Situationen an, bei denen du jetzt das Gefühl hast, dass du hilflos nur noch reagierst und überlege, wie du den Welpen so rechtzeitig belohnen kannst oder sein Verhalten in die gewünschte Richtung steuern kannst, dass du agierst und dein Welpe mit gewünschtem Verhalten reagiert. .

Ein paar typische Beispiele sind:.

  • Der Welpe läuft draußen zu fremden Menschen
    Du könntest ihn SOFORT loben, wenn er den fremden Menschen gesehen hat und ihn so lange füttern, bis der andere vorbei ist.
  • Der Welpe verfolgt sich schnell bewegende Objekte wie Radfahrer, Jogger oder gar Autos
    Lobe und belohne ihn, solange er sich noch ruhig verhält. Sichere ihn mit der Leine, damit er keine lustige Jagd veranstalten kann. Fordere ihn aktiv auf, mit dir zu kommen und belohne das.
  • Der Welpe frisst das Stuhlbein an
    Belohne deinen Welpen, wenn er noch brav im Hundebett liegt. Gib ihm dort einen Kauknochen oder etwas anderes, worauf er herumkauen kann und lobe ihn, wenn er darauf kaut..

Du siehst schon! Träumen darfst du nicht, sondern du solltest immer etwas vorausschauend sein. Aber du hast ja in der letzten Woche bereits geübt, auf gutes Verhalten zu achten. Das kannst du in dieser Woche dann noch ausbauen und selber für gutes Verhalten sorgen.  😯

Mein Tipp für diese Woche: Agiere anstatt zu reagieren. Überlege dir, wie du kritische Situationen meistern kannst. Schreibe deine Ideen gerne in den Kommentar und auch, was gut geklappt hat.

Claudia Hußmann

 

13 Replies to “Tipp der Woche – Agieren statt Reagieren”

  1. Hallo, unser Welpe ist 17 Wochen alt und hat schon viel gelernt. Da ich meistens zuhause bin, ist er sehr auf mich fixiert. Leider geht er auch nur mit mir Gassi. Mit meinem Mann spielt er, übt er die gelernten Kommandos und lässt sich Leckerlis geben, aber sobald er mit ihm Gassi gehen will, haut unser Welpe ab und ist durch nichts zu motivieren. Was kann man da machen? Wir haben schon alles versucht, aber wenn ich nicht dabei bin, geht er nicht mit.

    • Leine dran, los geht’s. Und nicht locken, sondern für jeden Schritt belohnen.
      Es ist auch eine gute Idee, den Junghund – ein Welpe ist er mit 17 Wochen nicht mehr – ins Auto zu packen und woanders hinzufahren.
      Muss ja nicht weit sein. Aber dann ist Frauchen außer Sicht. 😉

  2. wir haben seit ca. 5 Wochen eine nun 20 Wo. alte Bolonka Hündin zuhause.
    Sie ist leider eine grosse Kostverächterin, d.h. ich kann sie teilweise überhaupt nicht mit Futter oder Leckerli locken.
    Beim Spazieren gehen weg vom Haus bleibt sie auf den Wegen immer wieder sehr häufig sitzen, dreht sich um und läuft dann nur sehr zögerlich und langsam weiter.
    Wenn sie merkt, dass es wieder in Reichtung Heimat geht, zieht sie förmlich an der Leine. Im Dunkeln zeigt sie immer noch wesentlich mehr Angst, auch zuhause im Garten zum Gassi gehen.
    in welchem Alter wird dies wohl besser?

  3. Hallo Claudia,
    unsere Junghündin (brauner Labrador, fast 15 Wochen) springt auch gern hoch. Daher danke für die Tipps.
    Manchmal rennt sie mir/uns hinterher und wird zum Wadenbeißer, manchmal auch ins Knie. Bleibe ich stehen und ignoriere sie, zerrt und zwickt sie kurz weiter. Aber auch, wenn es nur kurz ist, tut es ganz schön weh. Genau wie das Beißen in Hände, Arme, wenn man nicht schnell genug ist auch Gesicht. Hast du einen Rat für mich?
    Vielen Dank – auch für deine wunderbaren Beiträge,
    Daniela

  4. Unsere 14 Wochen alte Hündin will im Auto nicht still sitzen. Entweder soll sie in ihrer Tasche bleiben oder ruhig auf dem Schoß im hinteren Teil des Autos bleiben. Sie will aber rumlaufen, knurrt und schnappt, wenn man sie fest hält.
    Kofferraum in einer box ist keine Option. Sie ist ein pinschermix, ist eher klein, deshalb auch die Tasche, die sie ansonsten auch mag und gerne drin ist. Nur im Auto nicht. Vielleicht eher in den Fußraum?
    Danke,
    Kathrin

  5. Hallo Claudia, ich habe deine Tipps aufgesaugt wie ein Schwamm und schön geübt mit Bolle. Zuhause und im Garten ist alles Top. Sobald es aus der Haustür rausgeht ist alles weg . Er ist total unruhig, zerrt an der Leine, jammert, wenn ich stehen bleibe.
    Habe schon alles probiert: sei ein Baum, Richtungswechsel, ihn stoppen…sobald es vorwärts geht, wieder Druck auf der Leine. Ist zwar nicht mehr so stark, aber entspannt ist was anderes. Möchte doch einfach Mal normal spazieren gehen mit ihm

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