Welpe an Leine gewöhnen

So kannst du den Welpen an die Leine gewöhnen

Manchmal hat ein Welpenbesitzer Glück und der Züchter hat den Welpen bereits an Halsband und Leine gewöhnt. Aber es kommt auch häufig vor, dass der Welpe weder das eine noch das andere kennt und bereits einen Riesenaufstand macht, wenn man ihm nur ein Halsband anlegen möchte.

Zum Glück ist es gar nicht so schwer, den Welpen an die Leine zu gewöhnen.

Halsband und oder Geschirr anziehen

Bevor man den Welpen an die Leine gewöhnen kann, muss er ein Halsband oder Geschirr anhaben, damit man die Leine irgendwo befestigen kann.

Achte beim Halsband darauf, dass es so breit wie möglich ist. Denn je breiter es ist, desto weniger würgt es. Es darf sich auf keinen Fall ohne Stopp zuziehen!

Lege deinem Welpen das Halsband an und sofort startest du ein tolles Spiel oder kullerst ihm ein paar Leckerli, die er jagen und fressen darf. Beende das Spiel und nimm das Halsband ab. Wiederhole das mindestens 10 Mal. Variiere die Dauer.

Immer, wenn das Halsband dran kommt, passiert etwas Tolles. Immer, wenn das Halsband wieder ab ist, wird es langweilig und es gibt auch keine Leckerli. Wenn du merkst, dass dein Welpe sich gar nicht mehr für das Halsband interessiert, wenn du es ihm anlegst, hast du es geschafft.

Verfahre mit dem Geschirr genauso.

Zusätzlich kannst du noch immer z.B. „anziehen“ sagen, wenn du das Halsband anlegst. Dann lernt dein Welpe gleich die Bedeutung und du hast es später leichter.

Welpe an Leine gewöhnen

Der erste Schritt ist geschafft, jetzt musst du den Welpen noch an die Leine gewöhnen. Es ist natürlich anfangs komisch, wenn da etwas am Welpen befestigt wird. Auch hier gibt es wieder ganz unterschiedliche Welpen.

Die einen braucht man gar nicht an die Leine zu gewöhnen, sie akzeptieren es, wenn man sie dran macht und alles geht gut. Wenn du so einen Welpen hast, super, herzlichen Glückwunsch! 🙂

Welpe bewegt sich nicht, wenn er angeleint ist

Welpe bewegt sich mit Leine nicht Dann gibt es die Welpen, die es unmöglich finden, sich mit einer Leine zu bewegen. Sie wollen keinen Schritt laufen. Wie kann man so einen Welpen an die Leine gewöhnen?

Starte im Haus oder Garten. Am besten hast du eine sehr leichte Leine ohne alles, also keine Ringe, Schlaufen, Karabiner, etc. Die kannst du einfach mal am Halsband oder Geschirr deines Welpen befestigen und fallen lassen.

Wie zuvor beim Halsband fängst du ein Spiel an oder kullerst Leckerli zum Fangen. Mach das, bis dein Welpe die Leine ganz vergessen hat. Erst wenn er sich mit der Leine fröhlich bewegt, nimmst du sie in die Hand. Sobald du sie in die Hand genommen hast, lobe deinen Welpen und belohne ihn.

Geh einen Schritt. Kommt dein Welpe mit? Super, lobe und belohne ihn. Wenn er nicht gleich mitkommt, warte einfach mal. Geh so weit weg, wie die Leine lang ist und warte. Schau den Welpen nicht an, sprich ihn nicht an und fass ihn nicht an. Warte einfach. Irgendwann wird ihm langweilig und er bewegt sich. Garantiert! 😉

GENAU in dem Moment gibt es wieder Lob und Leckerli. Nach und nach muss der Welpe ein Stückchen weiterlaufen, damit er sich sein Lob und Leckerli verdient. Und dann kannst du damit auch raus in die Welt gehen! 🙂

Welpe beißt in die Leine

Das ist für viele Welpen ein schönes Spiel. Sie haben gelernt, dass ihre Menschen wunderbare Zerrspiele mit ihnen machen, wenn sie in die Leine beißen oder sie jedesmal ein Leckerli bekommen, wenn sie in die Leine beißen.

Was tun, um solche Welpen an die Leine zu gewöhnen?

Wenn dein Welpe gerne etwas trägt, z.B. Labrador, Golden Retriever, gib ihm eine Alternative, die er tragen kann. Das ist besser als ein Leinenzerrspiel daraus zu machen.

Übe das Laufen an der Leine an Stellen, wo du es nicht brauchst. Belohne anfangs wirklich jeden Schritt an der Leine ohne reinbeißen. Solltest du mal zu langsam sein und der Welpe beißt rein, lass einfach die Leine fallen und geh. Lass ihn mit seiner Leine einfach da stehen. Dann macht dieses Spiel nämlich keinen Spaß.  😯

Wenn dein Welpe dann – hoffentlich ohne Leine im Maul – zu dir kommt, nimm die Leine wieder auf und starte von vorne. Wenn es gut klappt, belohne seltener, bis es ganz normal ist, dass dein Welpe an der Leine läuft ohne reinzubeißen.

.Es kann sein, dass es am Anfang ein bisschen Zeit braucht um deinen Welpen an die Leine zu gewöhnen. Aber je öfter du es belohnst, um so besser gefällt deinem Welpen das Laufen an der Leine.

Lies dazu auch den Artikel über die Leinenführigkeit.

Tipp!Biothane-Leinen

Benutze eine etwas längere, aber leichte Leine. Damit fühlt sich der Welpe wohl und hängt nicht immer gleich in der Leine und du hast es auch viel bequemer. Ich liebe Biothane-Leinen. Die bekommt man in allen Farben, Breiten und Längen, sie sind quasi unkaputtbar, saugen kein Wasser auf, sind leicht zu reinigen.

Claudia Hußmann

14 Replies to “Welpe an Leine gewöhnen”

  1. Liebe Claudia,
    unser kleiner Welpe beißt auch in die Leine , ABER sie hat großen spaß daran alleine mit der Leine zu spielen. Sie springt sogar und klaut sie einem aus der Tasche wenn man nicht aufpasst und schleudert sie dann herum. Wenn wir die Leine fallen lassen und weggehen dann spielt sie erst mit der Leine und kommt dann mit ihr im Maul angelaufen. Wir haben schon schöckchen als alternative ausprobiert , doch die Leine ist 1000mal interessanter. Was können wir tun?

    • Hallo Tammy, die Leine ist auch auf jeden Fall gesünder als Stöckchen. Denn Stöckchen sind sehr gefährlich.
      Dann nimm als Alternative doch etwas, was sie zauseln kann, z.B. einen Baumwollknoten oder zerschneide eine alte Jeans und flechte daraus einen „Zausel“. Wahrscheinlich bekommt sie einfach viel Aufmerksamkeit, wenn sie die Leine nimmt. Und dann lohnt es sich für sie. 😉

      Also einfach die Leine tragen lassen, mit ihrem Zausel spielen und so tun, als wäre sie gar nicht da. Du kannst sogar mit dem Zausel weglaufen, wenn sie den dann haben will.

      Viel Spaß und Erfolg
      Claudia

  2. Liebe Claudia,

    vielen Dank für deine vielen hilfreichen Tipps. Sie erleichtern den Welpenalltag 🙂 Meine Kleine macht sich generell recht gut an der Leine, das einzige (und für mich sehr große) Problem ist, dass sie mich in fremder Umgebung komplett ignoriert. Wenn wir bekannte Wege langgehen kann ich gut jeden Augenkontakt clickern und sie orientiert sich da auch immer mehr an mir. Aber sobald wir in unbekannte Gefilde kommen, ist es so als ob ich nicht da wäre. Obwohl sie ca. 5min vorher noch völlig auf mich fixiert war. Selbst wenn ich sie rufe oder locke reagiert sie kaum und Leckerlis findet sie dann meist auch nicht so spannend. Liegt es daran, dass sie die neue Umgebung zu sehr stresst? Und was kann ich machen, damit sie mich wahrnimmt :O
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.

    Viele liebe Grüße,
    Mimi

    • Hallo Mimi,
      freut mich, wenn dir meine Tipps helfen.
      Lass deiner Kleinen einfach ein bisschen Zeit, wenn du irgendwo neu hinkommst. Wir Menschen schauen uns ja auch gerne um, wenn wir irgendwo noch nie waren und wollen erst mal schauen, ob da alles sicher ist.
      Hunde benutzen dazu im Wesentlichen ihre Nase. Mach sie an eine etwas längere Leine – 3 Meter oder besser sogar 5 Meter – und lass sie erst mal in Ruhe schnuppern und sich umschauen. Wenn du dann merkst, dass sie ruhiger und entspannter wird und dich sogar von sich aus anschaut, kannst du mit ihr auch ein paar kleine Übungen machen.
      Ganz viel Spaß weiterhin mit deiner Kleinen
      Claudia

  3. Hallo, wir haben seid ein paar Wochen eine kleine französische Bulldogge. Der kleine Mann hat aber einfach keine Lust nach draußen zu gehen. Sobald er an der Leine ist setzt er sich hin und zittert weil ihm kalt ist. Er will weder spielen noch ein leckerli.. Das einzige wo er sich bewegt ist der Weg vom Bürgersteig zur Haustür zurück ins warme 🙁 hast du da ein paar Tipps??
    Lg

  4. Hallo,

    Mir ist die Sache mit der Leinenführigkeit sehr wichtig, denn wir haben einen Neufundländer-Mix Welpen.
    Wir haben bereits einen Husky-Mix mit 8 jahren.
    Ich bin die meiste Zeit allein fürs gassi zuständigt und auch fürs erziehen.
    Irgendwie klappt das mit den Tips nicht so recht.
    Wenn sie nicht gehen will, bleibt sie einfach sitzen oder legt sich und schläft oder lutscht am Boden.
    Wenn sie zieht und ich bleibe stehen das gleiche.
    Meist will sie die ersten Meter nicht vom Grundstück runter, dann läuft sie aber meist brav mit. Bis sie eben zieht und es nicht weiter geht.
    Was mach ich da am besten.
    Soll ich am Anfang mit den Hunden einzeln gassi gehn?
    Wobei das schwierig ist da die kleine noch nicht lang allein bleibt wenn ich mit dem Rüden allein gehen wollte.
    Danke füe ihre Hilfe

    • Hallo Regina,

      getrennt gehen ist eine gute Idee. Der kleine soll ja eh noch nicht so lange gehen. Und für ihn ist es wichtig, die Welt zu erkunden und nicht, eine bestimmte Strecke zurückzulegen.

      Lies mal HIER und HIER.

      Viel Erfolg
      Claudia

      • Hallo Claudia,

        Danke für die Antwort.
        Ich geh nur 10-15 min mehrmals am Tag gassi mit beiden.
        Das reicht unserem Rüden zum Geschäft erledigen und im Garten spielen wir viel, machen intelligenz und suchspiele.
        Ich kann die Kleine ja nicht 1 Stunde allein lassen zum gassi gehn. Bin im Moment für einige Tage allein für beide Wauzis zuständig und muss das irgendwie regeln.

  5. Hallo!
    Ich hätte eine Frage: Wir haben einen kleinen yorkshire terrier welpen. Sie ist erst acht wochen alt. Darf ich sie schon an die Halsband gewöhnen oder erst später?
    LG
    Julianna

  6. Mein Hund hat Angst vor fahrenden Autos und dem Verkehr! Wir wohnen auf dem Land und haben eigentlich nur sehr wenig Verkehr dort wo ich wohne. Aber mein Welpe (9 Wochen) hat ziemliche angst vor Autos usw. Alles was laute Motoren hat. Er möchte dann nicht mehr weiter gassi gehen und bleibt sitzen und macht Theater. Natürlich vermeide ich sowieso Straßen mit meinem Hund beim gassi gehen , da ich genug Wald und Wiesen zur Verfügung habe. Aber es kann auch passieren, daß er mal mit in die Stadt kommen muss..Und ich möchte das er keine angst mehr vor dem verkehr hat. Ich habe einen kleinen Ball mit einer Schnur an der Leine befestigt um ihn etwas abzulenken.
    Aber was könnte ich noch tun?

    • Den Ball weg und weiter von der Straße anfangen.

      Ich erkläre es hier mal anhand eines Ventilators. Du kannst Ventilator durch alles ersetzen, wo dein Hund Angst vor hat: Stell ihn hin oder lass ihn jemand anders hinstellen weit genug vom Hund weg, ohne dass er an ist. Schaut dein Hund hin, sofort Markersignal (falls du nicht weißt, was das ist, lies mal hier: http://www.welpenerziehung24.de/clickertraining/ ) und Leckerli. Das Leckerli gibt es noch ein Stück weiter weg vom Ventilator. Schaut er wieder hin, Markersignal und Leckerli. Wenn du merkst, dass er gezielt zum Ventilator schaut, warte mal einen Moment länger. Das ist in der Regel so nach 5 – 10 Wiederholungen der Fall.
      Vielleicht reckt er dann den Hals etwas mehr Richtung Ventilator oder macht ein Schrittchen drauf zu, so nach dem Motto „Ey, haste nicht gesehen, Frauchen. Ich habe doch dahin geschaut.“ In dem Moment kommt dann dein Markersignal und das Leckerli wieder weg von dem gefährlichen Ding. Und so muss er nach und nach etwas näher an den Ventilator, um seine Belohnung zu verdienen. Er kann aber immer selbt entscheiden, wie weit er sich traut. Wenn an irgendeiner Stelle STOP ist, unterbrich das Training und mach eine Stunde später weiter.
      Das hört sich jetzt vielleicht ein bisschen kompliziert an, hilft deinem Hund aber grundsätzlich mit „unheimlichen“ Dingen umzugehen und sich ihnen zu nähern. Und im wahren Leben geht das auch relativ schnell. Das sind nur ein paar Minuten Training. Manchmal auch nicht mal eine Minute.

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