Die Ernährung des Welpen

Heute gibt es mal wieder einen Gastbeitrag, über den ich mich besonders freue. Da ich mich mehr für Training interessiere als für Ernährung und auf dem Gebiet keine Expertin bin, freue ich mich, dass ich Dini von www.Hundekinder-Futtercoach.de gewinnen konnte, einen Beitrag zu dem Thema zu schreiben. Und hier kommen die wertvollen Infos von Dini:

welpenernährungWelpenernährung

Wenn ein Welpe einzieht macht man sich um allerlei Dinge Gedanken: Was brauche ich alles? Wie möchte ich den Welpen erziehen? Was soll er alles lernen? Aber auch um das Thema Ernährung sollte man sich im Vornherein Gedanken machen. Nur: Wie füttert man einen Welpen richtig?

Die Frage kann ich euch gleich beantworten: Es gibt kein richtig und kein falsch! Jedes Hunde-Mensch-Team sollte bei dieser Frage individuell betrachtet werden. Deswegen möchte ich euch einen Überblick geben, welche Fütterungsmethoden es für euer Team gibt.

Es gibt bei der Welpenernährung kein richtig oder falsch. Klick um zu Tweeten

Die orale Toleranz

Bevor wir zu den Ernährungsformen kommen, eine wichtige Information, die jede Neu-Hundehalter kennen sollte. Habt ihr schon einmal gesehen, dass man für Babys Gläschen mit Brei kaufen kann? Die Breisorten, die man für die Allerkleinsten kaufen kann, beinhalten nur eine Komponente und erst mit der Zeit kommen andere Inhaltsstoffe hinzu. Das liegt an der sogenannten oralen Toleranz. Diese muss ein Baby, genau wie ein Welpe, erst einmal entwickeln.

Dabei lernt der Körper, oder besser gesagt die Darmschleimhaut, welche Stoffe für den Körper ungefährlich sind oder gegen welche er reagieren muss. Bei letzteren spricht man dann von Allergien. Umso besser die orale Toleranz vom Welpen aufgebaut werden konnte, umso besser stehen die Chancen, dass der Welpe später nicht an einer Futtermittelallergie leidet.

Fertigfutter

Seinen Hund, besonders seinen Welpen, mit Fertigfutter zu ernähren ist die gängigste Art seinen Hund zu füttern. Bei Fertigfutter unterscheidet man zwischen Trockenfutter und Nassfutter. Bei Trockenfutter werden den Inhaltsstoffen die Flüssigkeiten entzogen und sie werden mit diversen Zusatzstoffen in Form von Kroketten zusammengepresst. Bei Feuchtfutter bleiben die Inhaltsstoffe so wie sie waren und werden durch Erhitzen haltbar gemacht. Auch hier werden, je nach Futter, Zusatzstoffe beigefügt.

Wenn man seinen Hund mit Fertigfutter ernähren möchte sollte man auf die Deklaration achten. Ein gutes Fertigfutter weißt folgende Merkmale auf:

  • Es besitzt nur wenige Inhalts- und Zusatzstoffe
  • Kennt oder versteht ihr mehr als 3 Inhalts- oder Zusatzstoffe nicht, lasst lieber die Finger von dem Futter.
  • Die Deklaration ist offen, das heißt man weiß genau was in diesem Futter drin ist. Ein Beispiel für eine offene Deklaration ist Hühnerfleisch, statt Geflügelfleisch.
  • Der Wert der angegebenen Rohasche sollte 7,5 % nicht überschreiten.
  • Bei Rohfaser sollte der angegebene Wer t 4 % nicht übersteigen.
  • Bis zur 16. Lebenswoche sollte das Futter (fast) getreidefrei sein, da Welpen in dem Alter Stärke nur eingeschränkt verdauen können.

Der große Vorteil von Fertigfutter ist, dass ihr es eurem Hund schnell und einfach füttern könnt. Achtet aber bitte darauf, dass ihr eurem Welpen auch spezielles Welpenfutter kauft und keines für Erwachsene. Der große Nachteil an Fertigfutter ist aber, dass ihr aufgrund der eingesetzten Inhaltsstoffe keinen Einfluss auf das Erlernen der oralen Toleranz habt.

Barf

Unter Barfen versteht man das Zusammenstellen des Futters mit rohen Zutaten. Anhand des Beutetiermodels orientiert man sich hierbei an der Zusammenstellung. Oft wird davor gewarnt, den Welpen nicht schon zu barfen, da man die Nährstoffe nicht ausreichend abdecken könne. Diese Aussage ist aber bei einem ordentlich erstellten Plan absoluter Blödsinn. Ein Welpe benötigt zwar, in der Tat, einen höheren Nährstoffgehalt, dieser wird aber alleine schon durch die größere Futtermenge gedeckt.

Der große Nachteil beim Barfen ist, dass es sehr viele Kritiker und unwissende Leute gibt, die einem mit ihren Aussagen Angst machen können. Wenn ihr euren Hund gerne mit frischen Zutaten ernähren möchtet, dann sucht euch einen gut ausgebildeten Hundeernährungsberater und lasst euch von ihm einen Plan zusammenstellen.

Allgemein sollte man sich mit dem Thema Barfen intensiver auseinander gesetzt haben. Dank einschlägiger Fachliteratur ist das inzwischen recht einfach mehr und tatsächlich ist das Zusammenstellen der Rationen kein großes Problem, wenn man das System einmal verstanden hat. Das einfache füttern von rohem Fleisch ist nämlich noch kein barfen. Dennoch sollte man beim Barfen von Welpen einiges beachten:

  • Die Futtermenge besteht nicht aus 2-3 % vom Körpergewicht, sondern sollte mindestens 4 %, in besonderen Fällen sogar bis zu 10 % betragen.
  • Viele Welpen vertragen noch keine harten Knochen, weswegen sie durch weiche ersetzt werden sollen. Dadurch muss aber der Anteil der Knochen in der Futterration auf 20 % erhöht werden.
  • Getreide sollte in dem Futterplan für Welpen bestmöglich nicht auftauchen.
  • Fastentage solltet ihr bei Welpen außerdem auch streichen. Stattdessen sollte die Futterportion auf 3 bis 4 Mahlzeiten am Tag verteilt werden.
  • Futterzusätze werden genauso gegeben wie bei erwachsenen Hunden.

Der große Vorteil von Barfen ist, dass man weiß was man seinem Hund füttert. Schon alleine dadurch ist das Erlernen der oralen Toleranz besser gegeben. Zudem ist der Output des Hundes meist um ein vielfaches weniger als beim Trockenfutter.

Oft ist zu beobachten, dass gebarfte Welpen langsamer wachsen als jene, die mit Fertigfutter gefüttert werden. Das ist aber kein Nachteil für die Welpen, da die Knochen und Gelenke somit nicht überfordert werden.

Mischfütterungen

Oft hört man, dass man Hunden auch abwechselnd Trocken- und Nassfutter oder Fertigfutter und Barf geben kann. Von dieser Fütterungsform bitte ich Abstand zu nehmen.

Tatsächlich hat eine Studie ergeben, dass jedes Stück frisches Fleisch, welches der Hund frisst, seiner Gesundheit gut tut. Allerdings haben die einzelnen Fütterungsformen unterschiedliche Verdauungszeiten, die den Welpen belasten können. Ein Trockenfutter braucht zum Beispiel schon bis zu 2 Stunden länger als Nassfutter, bis es verdaut ist.

Das heißt aber nicht, dass ihr eurem Hund nicht zum Beispiel ein Stück Hähnchenfleisch zwischendurch geben dürft. Ganz im Gegenteil. Achtet nur darauf, dass es nur ein kleines Stück und keine ganze Mahlzeit ist.

Vegane oder vegetarische Ernährung

Inzwischen achten auch immer mehr Menschen auf ihre Ernährung und leben deswegen vegetarisch oder sogar vegan. Was für den Menschen aber gut ist, ist es nicht automatisch für den Hund. Bei diesen Ernährungsformen ist es sogar kontraproduktiv. Hunde sind Carnivoren, sprich Fleischfresser und gesunde Hunde benötigen eine Ernährung, die Fleisch beinhaltet.

Wer seinen gesunden Hund vegetarisch oder vegan ernährt, sorgt dafür, dass der Hund unter Mangelerscheinungen über kurz oder lang leiden wird.

Ihr seht, es gibt inzwischen viele Arten seinen Welpen zu ernähren wobei nicht jede Ernährungsform für die kleinen Vierbeiner geeignet ist. Solltet ihr mit der Ernährung eures Welpen überfordert oder unsicher sein, so gibt es inzwischen viele Hundeernährungsberater, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Nehmt lieber einmal mehr Hilfe in Anspruch, als dass ihr euch dann unsicher seid und Angst habt etwas falsch zu machen.

Eure Hundekinder Futtercoach Dini

Über Dini

Ich bin Dini und blogge jetzt schon seit knapp 5,5 Jahren auf meinem Blog Hundekind Abby. Vor knapp 1,5 Jahren wurde bei ihr eine autoimmune Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Daraufhin wollte ich nicht nur alles Mögliche über diese Krankheit erfahren, sondern auch wie ich ihr helfen könne. Für mich gehört zu einem gesunden Hund auch eine gesunde Ernährung dazu und so kam es, dass ich kurzerhand eine Ausbildung zur Hundeernährungsberaterin machte. Mein Wissen habe ich dann noch durch die Ausbildung zum Barf-Berater vertieft und biete nun auf www.Hundekinder-Futtercoach.de Ernährungsberatungen an.

Ich bin der Meinung, dass es nicht für jeden Hund eine allgemein gültige Fütterungsmethode gibt. Vielmehr sollte das ganze Mensch-Hund-Team genauer betrachtet werden und dann für sie die passende Methode gefunden werden. Dabei stehe ich den Besitzern dann mit Rat und Tat zur Seite.

*) Die Fotos im Beitrag sind von Dini

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