Tipp der Woche: Kein „nein“ beim Hundetraining

Kein nein beim HundetrainingBevor du jetzt gleich die Hände über dem Kopf zusammenschlägst, lies dir diese 3 Gründe durch, warum dauernd „nein“ ganz schön frustrierend und doof ist.

Warum „nein“ beim Hundetraining nichts bringt

1 – Falsches Timing

Fast jeden Tag erlebe ich, dass Hunde immer genau dann, wenn sie das Richtige tun, mit „neins“ nahezu bombadiert werden. Da läuft der Hund brav neben seinem Menschen, Leine ist locker, Hund ist ruhig und nur, weil der Mensch gesehen hat, dass gleich ein anderer Hunde entgegenkommt, geht es die ganze Zeit: „Nein, neihein, neeeeejjjjjn, nein, NEIN, NEEEEEEEEEEEEEIIN, nein…“.

Irgendwann sind wir so nah, dass der Hund voll in die Leine springt, bellt und tobt. Und nix ist mehr mit „nein“. Denn Frauchen hat jetzt alle Hände voll zu tun.

Mal ganz ehrlich: Wenn der Hund dieses „nein“ verstehen würde, müsste er viel früher mit dem Toben anfangen. Nämlich beim allerersten „nein“, wenn er ruhig ist. Da dieses Verhalten ja offensichtlich vom Menschen nicht erwünscht ist, oder? Sonst müsste er ja „nein“ sagen, wenn der Hund tobt.

2 – Der Hund weiß nicht, was er stattdessen tun soll

Okay, also nehmen wir mal an, der Hund versteht das „nein“. Er geht in die Leine und bellt und dann kommt „nein“. Aha, das war also falsch. Was tun? Vielleicht fester zerren? Lauter bellen? Dabei noch knurren? Sich losreißen und in den anderen Hund beißen? Sich umdrehen und seinen Menschen anspringen (beißen)?

Du siehst, es gibt viele Alternativen. Ein „nein“ sagt dem Hund nicht, was er stattdessen TUN soll. Und zumindest mich wundert es nicht, wenn er sich für Dinge entscheidet, die ich persönlich nicht so prickelnd finde. Aber er weiß es ja nicht besser. Wenn sein Mensch es ihm nicht sagt – also das belohnt, was Mensch haben möchte -, woher soll der Hund es wissen?!?!?

Und so kommt man in einen Teufelskreis aus immer mehr unerwünschtem Verhalten und immer mehr „neins“.

3 – Der Hund versteht das „nein“ gar nicht

Eigentlich muss man ja sagen, dass er es zum Glück nicht versteht. Denn bei dem schlechten Timing der meisten Nein-Sager wäre es fatal, wenn der Hund prompt auf das „nein“ reagieren würde. Aber mal ganz ehrlich: Wenn es sowieso keine Wirkung hat, kann man sich das doch auch sparen.

Und wenn Hunde es verstehen, ist es wirklich sehr frustrierend. Warum? Wegen Punkt 2. Wenn man nicht weiß, was zu tun ist und von einem „nein“ ins nächste tappt, ist das richtig schlimm. Du kannst ja mal versuchen, dich selbst in so eine Situation zu versetzen. Du weißt nicht, was zu tun ist und egal, was du tust, es kommt immer nur „NEIN!!!!!!“ Nicht besonders schön, oder? 🙁

So ist Hundetraining netter

Wenn du dir die Situation anschaust, wirst du feststellen. Bevor der Hund etwas Unerwünschtes tut, macht er etwas, was für dich völlig okay ist. Dass ein „nein“ da nicht sinnvoll ist, sollte jetzt klar sein. Aber du könntest die Situation ja auch nutzen und dieses Verhalten, was okay ist, einfach belohnen. Immer wieder. Was denkst du, wird dein Hund mit der Zeit tun?

Pssst, kleiner Tipp: Hunde tun immer das, was sich für sie lohnt. Wenn du dafür sorgst, dass sich das lohnt, was dir gefällt, wirst du mehr davon bekommen.

Noch ein Tipp: Schau dir dazu auch den Impuls zum Fokus an!

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Mein Impuls für dich in dieser Woche:

Überprüfe mal, ob du auch „nein“ verwendest und wie dein Timing da so ist. Und ob es deinen Hund überhaupt interessiert! 😉

Und falls du feststellst: „Ups, stimmt, mache ich so.“ möchte ich dich diese Woche dazu einladen, mal völlig auf das „nein“ zu verzichten. Das ist übrigens MEGA schwierig, weil wir Menschen Gewohnheitstierchen sind. Aber freue dich jedes Mal, wenn du dich ertappst, dass es dir aufgefallen ist.

Und hey, wenn es dir auffällt, könntest du auch gleich stattdessen ein Alternativverhalten ausführen. Belohne einfach deinen Hund dafür, dass er das so toll macht.

Viel Spaß ohne „nein“ wünscht dir

Claudia

P.S.: Schau dir doch auch mein Video dazu an

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