Hund frisst alles was er findet

welpe frisst allesWenn der Hund ein wahrer Staubsauger ist und unterwegs oder auch Zuhause alles frisst, was er findet, kann das wirklich gefährlich werden.

Was tun, wenn dein Hund alles frisst?

Warum dein Hund alles frisst und was du tun kannst, erfährst du hier.

  • Das Problem
  • Warum fressen Hunde alles, was sie finden?
  • Warum so viele Tipps gar nicht helfen, wenn dein Hund unterwegs alles frisst
  • Was du üben kannst, wenn du einen Staubsaugerhund hast
  • So mache ich es mit meinen Hunden und wie du das auch üben kannst

Das Problem

Es gibt durchaus verschiedene Varianten und Ausprägungen bei den Staubsaugerhunden. Angefangen vom Welpen bis hin zum erwachsenen Hund sind Hunde dabei, die tatsächlich nur „Fressbares“ aufnehmen und solche, die wirklich ALLES fressen, also auch Zigarettenstummel, Tempos, Steine, etc.

Hier mal ein paar Beispiele von typischen Anfragen, die ich täglich bekomme:

Mein Hund (5 Monate alt) frisst alles, was er zwischen die Zähne bekommt! Angefangen von Prosekt, Zeitungsschnipsel, Küchenschwamm, klaut überall sowie die Socken.Dann hat sie den Teppich angefressen mussten in die Tierklinik – volles Programm. Ich kann sie auch nicht allein in den Garten lassen, da frisst sie büschelweise Gras und mit besonderer Vorliebe Erde!!

Wir waren vorhin draußen unterwegs. Er hat wieder was gefunden und es auf „aus“ brav fallen lassen und als Belohnung ein Leckerchen bekommen. Das Ganze war während dem Spaziergang knappe 4x der Fall. Jedes Mal Erfolg. An einer Stelle jedoch klappt es sehr selten. Keine Ahnung, was dort liegt. Wir können nichts erkennen. Aber er frisst dort jedes Mal etwas und ist dann eben nicht abrufbar, sondern rennt weg und kommt erst wieder, wenn er es runtergeschluckt hat.

Mein Hund frisst Kacke! Immer und überall. Er kennt das Kommando „nein“, aber er ignoriert es in diesem Fall komplett! Außerdem frisst er unterwegs Taschentücher, Zigaretten, Kaugummis, Lutscher, Papier….

Unser Kleiner ist jetzt knapp 11 Wochen alt und er ist wie ein Staubsauger er will beim Gassigehen. Immer alles essen (Kaugummis, Zigaretten, Blätter. Und sogar Steine. Die liebt er.) Ich sag dann immer Pfui und zieh ihn weg und lauf einfach weiter. Irgendwann wird er dann trotzig, schnappt zuerst nach der Leine und will mit ihr kämpfen oder schnappt nach meinem Bein. Wie kann ich ihm das ganze Futtern und seine darauf folgende Trotzreaktion abtrainieren?

Habe das Problem, dass mein Hund beim Gassi gehen gerne irgendwas frisst. Er weiß, dass er das nicht darf und rennt deswegen weg, bevor man ihn erreichen kann. Auch auf Rückruf und mit Leckerchen locken reagiert er dann nicht.

Du siehst, da wird nichts ausgelassen und es kann auch wirklich mal richtig gefährlich werden. Ich habe eine Videoserie zu dem Thema gemacht. Schau dir hier Teil 1 dazu an.

Warum fressen Hunde alles, was sie finden?

Die einfache Anwort ist: Weil es sich lohnt!

Bei Welpen ist es zunächst mal ganz normal. Sie probieren einfach aus. Und sie tun dann, was sich lohnt. Wenn sich das Verhalten als gute Möglichkeit für Aufmerksamkeit (z.B. lustige Nachlaufspiele oder Leckerli bei Tauschgeschäften) herausstellt, werden sie es immer wieder tun. Lies dazu auch meinen Beitrag „Mein Hund frisst Kot“.

Im Zahnwechsel (zwischen 4. und 7. Lebenmonat) haben Hunde ein erhöhtes Kaubedürfnis und es ist gut, dann genügend erlaubte Kauartikel zur Verfügung zu stellen.

Was für den Welpen gilt, gilt für den erwachsenen Hund natürlich ganz genauso. Zu der – unbeabsichtigten – Belohnung durch den Menschen kommt natürlich noch der selbstbelohnende Faktor dazu. Kauen an sich ist für viele Hunde schon belohnend. Wenn der Hund dann auch noch etwas „Leckeres“ – aus Sicht des Hundes, nicht aus unserer!!! – findet, wird das Verhalten natürlich ganz ohne dein Zutun extrem belohnt.

Aber Steine, Tempos, Socken oder Geschirrtücher sind nicht wirklich besonders schmackhaft. Und wenn man einen Hund hat, der so etwas frisst, schluckt der das in der Regel auch einfach herunter. Das lernen Hunden nämlich ganz schnell: Wenn ich es runterschlucke, kommt mein Mensch nicht mehr dran. Wenn ich es nicht runterschlucke, nimmt er es mir weg.

Und so wird aus einem ganz normalen Verhalten auf einmal ein Problemverhalten. Und die Angst beim Menschen, dass der Hund mal etwas Falsches frisst, ist verständlicherweise groß.

Schau dir Teil 2 meiner Videoserie dazu an.

Warum so viele Tipps gar nicht helfen, wenn dein Hund unterwegs alles frisst

Viele der Tipps, die man bekommt, wenn der Hund alles frisst, funktionieren nicht. Zumindest nicht dauerhaft. Ich sage dir auch, warum das so ist.

Ablenken funktioniert nur, wenn du es vor deinem Hund siehst. Da er es aber oft vor dir entdeckt, ist diese Lösung nur selten möglich.

Tauschgeschäfte wird dein Hund nur dann eingehen, wenn sie sich aus seiner Sicht lohnen. Wenn er die gerade gefundene wunderbar vergammelte und stinkende Pizza wesentlich besser findet als deine Leckerli, wird er sich auf den Tausch nicht einlassen.

Aber sich das Gefundene geben lassen und den Hund belohnen, ist doch bestimmt total clever. Okay, zumindest ist es besser als einfach abnehmen oder Tauschgeschäfte zu machen oder zu versuchen, den Hund einzufangen. Es gibt allerdings einen kleinen Haken. Wenn dein Hund merkt, dass er Müll sammeln muss, damit er von dir gerufen wird, es dir geben kann und dafür etwas ganz Tolles bekommt, wird er in Zukunft immer mehr auf die Suche gehen. Auch das ist ja nicht optimal. Zumal er sich bei besonders „leckeren“ Sachen auch einfach entscheiden könnte, die zu futtern.

Abnehmen führt auf Dauer dazu, dass dein Hund das Gefundene herunterschluckt, wenn du dich näherst oder ganz einfach damit davonläuft. Es gibt auch Hunde, die beißen ihren Menschen, wenn er das mit dem Abnehmen versucht. Also auch keine wirklich gute Idee.

Schimpfen bringt einen auch nicht so wirklich weiter. Die meisten Hunde interessiert das sowieso nicht. Und außerdem weiß der Hund ja deshalb noch lange nicht, was er tun soll.

Wenn man also so richtig drüber nachdenkt, wundert man sich nicht, dass der Hund tut, was er tut, oder?

In Teil 3 der Videoserie erkläre ich es genau:

Was du üben kannst, wenn du einen Staubsaugerhund hast

Natürlich macht es total viel Sinn, wenn dein Hund gelernt hat, etwas herzugeben, wenn du es ihm sagst. Wie du das mit deinem Hund üben kannst, kannst du dir in meinem Beitrag zum Thema „Welpe gibt den Kauknochen nicht her“ anschauen.

Es macht aber keinen Sinn, dir immer alles geben zu lassen, wenn dein Hund irgendwelchen Müll aufsammelt. Und dass dann auch noch fürstlich zu belohnen. Denn dann wirst du einen Hund bekommen, der immer mehr Müll aufsammelt. Du weißt schon: Es lohnt sich ja! 🙁

Deshalb übe ich – und zwar drinnen und gezielt anstatt draußen unter einem gewissen „Zwang“ – mir Sachen nur geben zu lassen, wenn ich den Hund auch aufgefordert habe, sie mir zu geben. Ich übe ein „bring’s mir“. Und nur, wenn ich meinem Hund das gesagt habe, lasse ich mir das Objekt auch geben und belohne den Hund fürstlich. Und ich belohne ihn, wenn er Sachen liegen lässt, wenn er keinen Auftrag hatte, sie mir zu bringen.

Was aus meiner Sicht auch durchaus Sinn macht, ist ein Abbruchsignal. Wenn dein Hund sich an einem Riesenhaufen Pferdeäpfel zu schaffen macht, ist es schon ziemlich praktisch, wenn du ihn dabei unterbrechen kannst. Ich verwende dafür meist den Rückruf. Den belohne ich normalerweise fürstlich. In so einem Fall sage ich nur ein „fein“. Mehr gibt es dafür nicht. Du kannst auch extra ein Abbruchsignal dafür trainieren. Wie das geht und was auch dabei die Tücken sind, kannst du im Beitrag über den „Positiven Unterbrecher“ nachschauen.

Was noch so alles sinnvoll ist und welche Tücken es dabei zu beachten gibt, erkläre ich in diesem Video:

So mache ich es mit meinen Hunden und wie du das auch üben kannst

Hmmm, vielleicht fragst du dich jetzt: Ist ja alles schön und gut. Aber irgendwie hat ja alles Nachteile. Entweder lernt der Hund, dass er abhaut oder es einfach runterschluckt. Oder er lernt, dass er erst recht suchen muss, weil er am Ende auch noch von dir belohnt wird. Das ist wirklich ein Dilemma.

Zum Glück habe ich eine Lösung gefunden, die sogar bei 5 Hunden gut funktioniert. Ich kann entspannt mit meinen Hunden Gassigehen. Denn sie haben gelernt, zu mir zu schauen, wenn sie etwas finden anstatt es aufzufressen. Und sie haben gelernt, dass es sich lohnt, dann und da zu suchen, wo ich es sage. Das wiederum führt dazu, dass sie gar nicht die ganze Zeit auf „Nahrungssuche“ oder „Müllsuche“ sind.

Schau dir das Video dazu an:

Unterwegs mit meinen Hunden

Hier mal ein kleiner Einblick 🙂

Dein Hund kann das auch lernen

Die gute Nachricht ist, dass jeder Hund dieses einfache Alternativverhalten lernen kann. Wie genau das Schritt für Schritt geht, damit es nachher auch im Alltag klappt, zeige ich dir gerne. Ich kann meinen Hunden viel Freiheit gewähren, weil sie mir nicht nur Fressbares so anzeigen, sondern dieses überaus praktische Verhalten – sich zu Frauchen orientieren – auch bei Begegnungen aller Art zeigen.

Und auch dich hält nix davon ab, das Ganze noch auszuweiten.

Interessiert? Dann klick einfach hier oder auf das Bild

Noch Fragen?

Hast du noch Fragen zu dem Thema? Macht dein Hund etwas ganz anderes? Hast du überhaupt kein Problem damit?

Ich bin gespannt!

Claudia

 

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